Montag, 6. Juli 2020

Leichtes Fallgewicht – mehr als nur Verdichtungstest

Leichtes Fallgewicht im Einsatz am Gendarmenmarkt
Leichtes Fallgewicht im Einsatz am Gendarmenmarkt
Ein Leichtes Fallgewicht für den dynamischen Lastplattendruckversuch bietet dem Anwender eine ganze Reihe an Vorteilen, um die Verdichtungsqualität auf der Baustelle zu überprüfen und zu optimieren. Es ermittelt mit seiner Ein-Mann-Bedienung innerhalb von weniger als zwei Minuten die Verdichtungsqualität des Bodens. Hilfsmittel wie ein Gegengewicht (Walze oder beladener LKW) werden für den Versuch nicht benötigt. Das Messergebnis liegt unmittelbar nach dem Versuch vor und kann sofort interpretiert werden und Aufschluss über die auszuführenden bzw. ausgeführten Arbeiten geben. Es kann sowohl auf gewachsenem Boden vor Beginn der eigentlichen Verdichtungsarbeiten bzw. Erdarbeiten eingesetzt werden als auch während der Arbeiten, jeweils nach Einbau einer neuen Schicht. So gibt das Messergebnis bereits vor Baubeginn der Bauarbeiten Aufschluss darüber, ob unter Umständen Bodenverbesserungsmaßnahmen ausgeführt werden müssen oder ob die Tragfähigkeit des vorhandenen Untergrundes bereits die geforderten Anforderungen erfüllt.. Beim Planum entspricht dieser geforderte Wert meist Ev2 = 45 MN/m2, entsprechend muss ein Leichtes Fallgewichtsgerät gemäß ZTV E einen Wert von Evd = 25 MN/2 anzeigen. Der Umrechnungsfaktor nach ZTV E und ZTV A liegt in diesem Fall bei 1,8.

Im Straßenbau und im Erdbau sollten Bodenschichten nur mit einer Stärke von 30 – 40 cm eingebaut und verdichtet werden. Dabei ist es vorgeschrieben, die einzelnen neu eingebauten Schichten nach der Verdichtung jeweils auf ausreichende Tragfähigkeit zu überprüfen. Gemäß obligatorischer Eigenüberwachung, die für alle Erdbau, Straßenbau, Tiefbau, Kanalbau, Leitungsbau und Garten- und Landschaftsbau Unternehmen vorgeschrieben ist, muss diese Eigenüberwachung zwingend dokumentiert und auch archiviert werden. Diesen Nachweis einschließlich Dokumentation und Archivierung macht ein Leichtes Fallgewicht im Handumdrehen. Neben Datum und Uhrzeit werden auch zum Nachweis erforderlichen GPS-Koordinaten automatisch gespeichert. Auf diese Weise kann jedes Bauunternehmen ohne großen Aufwand den Verdichtungsnachweis rechtssicher mit eigenem Personal erbringen. Dadurch spart sich das Bauunternehmen Kosten und Wartezeit für den externen Bodenprüfer.

Ein Leichtes Fallgewicht hat einen weiteren großen Vorteil: man kann nämlich die Homogenität der Verdichtungsarbeiten in kürzester Zeit über die gesamte Baustelle prüfen, da Messungen mit geringstem Aufwand in kürzester Zeit ausgeführt werden können. Die Homogenität der Messergebnisse ist ein weiteres wichtiges Kriterium für eine fachgerechte Bodenverdichtung. Außerdem kann durch eine ständige Kontrolle des erreichten Evd-Wertes während der Verdichtungsarbeiten gewährleistet werden, dass der Boden nicht „überverdichtet“ wird, sondern dass exakt der geforderte Wert erreicht wird.

Das Messgerät kann darüber hinaus auch verwendet werden, um Verdichtungsreserven des Bodens aufzudecken und damit die Verdichtbarkeit zu beurteilen. Der Anwender führt nach der ersten Messung eine „Nachverdichtung“ mit dem Leichten Fallgewicht durch, indem er ohne zu messen 15 Stöße mit dem Fallgewicht vornimmt. Anschließend führt er auf derselben Stelle eine zweite Messung durch und vergleicht anschließend die Messwerte der ersten und zweiten Messung (nach den 15 Nachverdichtungsstößen). Wichtig ist, dass die beiden Messungen auf exakt derselben Stelle ausgeführt werden müssen. Hat sich der Evd-Wert bereits durch diese Maßnahme erhöht, kann der Boden mit relativ geringem Aufwand nachverdichtet werden. Ein Leichtes Fallgewicht bietet eine Summe an Vorteilen, um die Verdichtungsleistungen auf der Baustelle zu steuern und zu optimieren und letztendlich den geforderten Verdichtungsnachweis zu erbringen. Das spart Zeit, Geld und Mängel und macht das Gerät damit unersetzlich für jedes moderne Bauunternehmen!

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